Was haben Hundewiesen und Speed-Dating gemeinsam ?

Wart ihr schon mal auf einem Speed-Dating ?


Ich gebe es zu …. ist schon ne Weile her, aber ich war mal !

Bestimmt schon mal davon gehört: 40 Personen – 20 Frauen, 20 Männer und 20 Tische. An jedem Tisch trifft sich ein Pärchen…. 5 Minuten lang. Dann erklingt eine Glocke und die Männer müssen einen Tisch weiter rücken. Immer reihum, bis jeder mit jedem einmal gesprochen hat.


Man hat also 5 Minuten Zeit, um sein Gegenüber kennenzulernen. Nicht viel Zeit … also beeilt man sich. Stimmt die Chemie ? Findet man genug Gesprächsstoff ?… bloß keine Pausen aufkommen lassen. Interessiert man sich überhaupt füreinander ? Und wenn ja, dann will man ja auch ein gutes Bild abgeben…. schließlich besteht die Konkurrenz aus 19 weiteren Personen !


Ganz schön anstrengend !!


Nach den guten 1,5 Stunden war ich total platt und habe mir vorgenommen, nie wieder in meinem Leben zu sprechen !


Und was bitte hat das jetzt mit Hunden und Hunde-Spielwiesen zu tun ???


Nun, ich war neulich mit meinem Hund Loki seit langem mal wieder auf der Hundemeile in Neubiberg. Und während ich mit ihm dort lief und eine Hundebegegnung nach der anderen hatte, kam mir das Speed-Dating plötzlich wieder in den Kopf.


Ahhh… da kommt schon der nächste Hund frontal auf uns zu. Loki geht in Lauerposition, um den Unbekannten zu empfangen. Man checkt sich ab… manchmal ruhig, manchmal hektisch. Man weiß ja nicht, wer das Gegenüber ist und wie er so drauf ist. Ist man sich sympathisch ? Oh ein Rüde… dann klären wir besser gleich mal, wer hier die Hosen an hat. Der nächste Hund ist ganz schön unsicher und rennt weg…. besser gleich mal hinterher und stoppen… versuchen, Ruhe rein zu bringen. Gelingt irgendwie nicht, das Frauchen geht schon wieder weiter. Da kommen schon die nächsten…. gleich drei Hunde… die scheinen sich zu kennen. Oh… die wollen wohl nicht, dass man zu nahe kommt…. schnell weg !


Die meisten Begegnungen dauern maximal 5 Minuten. Die Frauchen und Herrchen unterhalten sich kurz, die Hunde checken sich kurz ab. Bevor es in eine intensivere Kommunikation gehen kann, geht man schon wieder auseinander. Manchmal bleiben die Menschen aber auch stehen und schauen dem bunten Treiben lächelnd zu…. „wie nett die heute wieder spielen“. Irgendwann kommt dann doch mal etwas Ruhe rein und die Hunde fangen an zu schnüffeln „oh jetzt haben sie keine Lust mehr zu spielen, dann gehen wir halt weiter“. Und schon endet die Begegnung wieder, bevor sie richtig begonnen hat. Ach… da kommen ja schon wieder die nächsten…


Nochmal zurück zum Speed-Dating: wir Menschen haben hier einen bedeutenden Vorteil: man notiert sich auf einem Zettel, ob man sein Gegenüber sympathisch findet und ob man ihn wieder sehen möchte. Wenn beide „Ja“ notiert haben, werden später von der Organisation die Kontaktdaten weitergegeben. Man kann sich also wieder sehen und evtl. eine Freundschaft entstehen lassen … klasse ! 👍


Unsere Hunde bekommen diese Chance von uns nicht. Selbst wenn ein potenzieller Freund dabei gewesen wäre, man wird ihn nicht wieder treffen, um eine Freundschaft zu bilden. Vielleicht trifft man sich mal wieder zufällig auf der Hundemeile … dann ist es aber wieder ein Fremder, der erst mal 5 Minuten lang geprüft werden muss….


Ich möchte Hundewiesen nicht grundsätzlich verteufeln. Es gibt Hunde, die damit sehr gut zurecht kommen ! Auch ist es (wie bei fast allem) eine Frage der Dosierung. Mit einem unsicheren und nervösen Hund drei mal am Tag auf die Hundewiese zu gehen, ist aber eher kontraproduktiv. Gelegentlich kann es es für Mensch und Hund aber eine spannende Erfahrung sein.

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Claudia Hintermair

Finkenweg 14

85625 Glonn

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